Content Marketing nach Branche

Die Grundregeln des Content Marketings gelten in jeder Branche: Inhalte beantworten die Fragen der Zielgruppe und zeigen echtes Fachwissen. Was sich je Branche unterscheidet, sind die Fragen der Kunden, die passenden Formate, die Kanäle und einige rechtliche Vorgaben, etwa das Berufsrecht der Anwälte und Steuerberater.

Eine Werkbank in einer hellen Werkstatt neben einem aufgeräumten Schreibtisch mit zugeklapptem Laptop und Kaffeetasse
Bild: KI-generiert

Ein Dachdecker, eine Steuerkanzlei und ein Softwarehaus haben wenig gemeinsam, wenn es um ihre Kunden geht. Der eine wird von Hausbesitzern in der Nähe gesucht, die andere von Menschen mit einer Frage zum Finanzamt, das dritte von Teams in Firmen, die gemeinsam über eine Anschaffung entscheiden. Die Grundlagen bleiben dieselben: Inhalte sollen Menschen helfen und nicht in erster Linie Besuche über Suchmaschinen holen. Google fragt in seinen Hinweisen zu hilfreichen Inhalten ausdrücklich danach, ob Inhalte vor allem für Suchmaschinen erstellt wurden [1]. Wie das im Einzelnen aussieht, hängt von der Branche ab. Die Ratgeber in diesem Bereich gehen sechs typische Fälle durch.

Geschäftskunden, Dienstleister und Mittelstand

Im B2B verkaufen Unternehmen an Unternehmen. Die Inhalte müssen mehrere Personen mit unterschiedlichen Fragen erreichen, und die Entscheidung zieht sich oft über Monate. In einer Umfrage des Content Marketing Institute aus dem Jahr 2025 unter 1.015 B2B-Marketern, überwiegend aus Nordamerika, zählten 40 Prozent zu ihren drei größten Herausforderungen, Inhalte zu erstellen, die zu einer gewünschten Handlung führen [2].

Drei Kollegen in den Vierzigern sprechen an einem Holztisch mit Papierskizzen und Kaffeetassen, weiches Tageslicht
Bild: KI-generiert

Dienstleister wie Beratungen, Kanzleien oder Agenturen verkaufen etwas, das der Kunde vorher nicht ausprobieren kann. Ihre Inhalte zeigen deshalb Fachwissen und Arbeitsweise. Für Anwälte und Steuerberater gelten dabei eigene Werberegeln: Werbung ist nur erlaubt, soweit sie sachlich über die berufliche Tätigkeit unterrichtet und nicht auf einen Auftrag im Einzelfall zielt [3, 4].

Der Mittelstand ist keine einheitlich definierte Gruppe. Zu den kleinen und mittleren Unternehmen zählten 2024 in den vom Statistischen Bundesamt erfassten Wirtschaftsbereichen 99,3 Prozent der Unternehmen [5]. Der Ratgeber zeigt, wie Firmen mit wenig Personal für Marketing planen und das Fachwissen ihrer Mitarbeiter für Inhalte nutzen.

Handwerk, Onlineshops und Software

Im Handwerk zählen die Region, Bilder von echten Arbeiten und das Unternehmensprofil bei Google. Ende 2025 waren in den Handwerksrollen 1.038.126 Betriebe eingetragen [6]. Für die lokale Suche nennt Google Relevanz, Entfernung und Bekanntheit als Faktoren [7].

Onlineshops verbinden Content Marketing mit Kategorie- und Produktseiten, Kaufberatung und Anleitungen. Software-Anbieter brauchen Inhalte, die vor dem Kauf erklären und nach dem Kauf beim Einarbeiten helfen. In beiden Fällen sind Kunden oft schon auf der Website unterwegs, bevor sie Kontakt aufnehmen, und vergleichen Angebote selbst. Inhalte, die diesen Vergleich erleichtern, etwa Größentabellen, Anleitungen oder ehrliche Grenzen eines Produkts, sind dort ein Teil des Angebots.

Was in allen Branchen gleich bleibt

Google nennt in seinen Hinweisen Erfahrung, Sachkompetenz und Vertrauenswürdigkeit als Aspekte guter Inhalte, kurz E-E-A-T, und schreibt, dass Vertrauenswürdigkeit davon am wichtigsten ist [1]. Außerdem sollen Leser erkennen können, wer einen Inhalt erstellt hat [1]. Für Betriebe jeder Größe heißt das: Namen der Autoren nennen, eigene Erfahrungen zeigen und Zahlen belegen. Wie das konkret aussieht, erklärt E-E-A-T: Erfahrung und Vertrauen in Inhalten zeigen.

Für jede Branche gilt: Erst klären, wer liest und welche Fragen diese Menschen haben. Dabei helfen die Ratgeber Zielgruppe und Personas bestimmen und Themen finden, die Leser suchen. Welche rechtlichen Regeln für alle gelten, etwa die Kennzeichnung von Werbung, steht unter Content Marketing und Recht.

  1. Organisation Hilfreiche, vertrauenswürdige, nutzerorientierte Inhalte erstellen. Google Search Central. Stand 07.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Studie 9 Takeaways and Insights From the 2026 B2B Content and Marketing Trends Report. Content Marketing Institute. Stand 08.10.2025. abgerufen am 29.10.2026
  3. Gesetz Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO), § 43b Werbung. Bundesministerium der Justiz. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
  4. Gesetz Steuerberatungsgesetz (StBerG), § 57a Werbung. Bundesministerium der Justiz. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
  5. Behörde 54 % in kleinen und mittleren Unternehmen tätig. Statistisches Bundesamt. Stand 12.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Wirtschaftlicher Stellenwert des Handwerks 2025. Zentralverband des Deutschen Handwerks. Stand Juni 2026. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Ranking in lokalen Suchergebnissen auf Google verbessern. Google Unternehmensprofil-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

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