Strategie, Planung und ProduktionRatgeber
Redaktionsplan erstellen
Ein Redaktionsplan listet jeden geplanten Inhalt mit Thema, Ziel, Format, Verantwortlichen, Status und Terminen. Er setzt die Content-Strategie in konkrete Arbeit um und richtet die Frequenz nach den vorhandenen Ressourcen. Für den Anfang genügt eine Tabelle.

Ein Redaktionsplan sagt, welcher Inhalt wann erscheint, wer daran arbeitet und wie weit er ist. Er ist das Werkzeug, mit dem aus einer Strategie regelmäßige Arbeit wird. Ohne Plan entstehen Inhalte, wenn gerade Zeit ist, und Termine wie ein Messeauftritt oder der Saisonbeginn kommen schneller als der passende Artikel.
Was ein Redaktionsplan ist
Die Content-Strategie legt fest, welche Ziele Inhalte unterstützen, für wen sie gemacht werden und welche Themenfelder dazu gehören. Der Redaktionsplan setzt das in einzelne Inhalte mit Terminen um. Die Strategie ändert sich selten, der Plan laufend: Themen rücken vor, werden verschoben oder fallen weg, wenn sich herausstellt, dass sie niemand sucht.
Wie häufig Marketer Zeitmangel und fehlende Pläne als Herausforderung nennen, zeigt die Umfrage von Content Marketing Institute und MarketingProfs unter 1.015 B2B-Marketern, überwiegend aus Nordamerika, im Sommer 2025. Bei der Frage nach ihren drei größten Herausforderungen im Content Marketing nannten 39 Prozent knappe Ressourcen, also Zeit, Personal und Budget [1]. 16 Prozent nannten die Entwicklung einer Content-Strategie und eines Plans [1]. Ein Plan schafft keine zusätzliche Zeit, zeigt aber früh, ob die vorgesehenen Inhalte in die vorhandene Zeit passen.
Welche Spalten hineingehören
Ein Redaktionsplan ist im Kern eine Tabelle mit einer Zeile je Inhalt. Welche Spalten nötig sind, hängt von der Größe des Teams ab. Nach Einschätzung der Redaktion sind die folgenden Spalten sinnvoll; ein kleines Team kann mit den ersten sechs anfangen.

| Spalte | Was hineinkommt | Ausgedachtes Beispiel |
|---|---|---|
| Arbeitstitel | vorläufiger Titel, darf sich noch ändern | Heizung entlüften: so geht es |
| Ziel und Leser | für wen der Inhalt ist und was er erreichen soll | Hausbesitzer ohne Vorwissen, weniger Anrufe beim Kundendienst |
| Format | Ratgeber, Video, Newsletter, Beitrag in einem Netzwerk | Ratgeber mit kurzem Video |
| Verantwortlich | wer schreibt, wer fachlich prüft, wer freigibt | Text: Marketing, Prüfung: Meister, Freigabe: Inhaberin |
| Status | Idee, Briefing, Entwurf, Prüfung, Freigabe, veröffentlicht | Entwurf |
| Termine | Abgabe des Entwurfs und Veröffentlichung | Entwurf nach zwei Wochen, Erscheinen nach vier Wochen |
| Suchbegriff und Suchabsicht | wonach Leser suchen und was sie erwarten | heizung entlüften, Anleitung |
| Themencluster | zu welcher Übersichtsseite der Inhalt gehört | Heizung warten |
| Interne Links | welche vorhandenen Seiten verlinkt werden | Heizkörper tauschen, Wartungsvertrag |
| Verbreitung | wo der Inhalt nach dem Erscheinen gezeigt wird | Newsletter, Kundenmagazin |
| Nächste Prüfung | wann der Inhalt wieder angesehen wird | vor Beginn der nächsten Heizsaison |
Die Spalte Themencluster verbindet den Plan mit dem Aufbau der Website, wie ihn Pillar-Seiten und Themencluster beschreibt. Die Spalte Verbreitung erinnert daran, dass ein Inhalt nach dem Erscheinen noch Leser finden muss; mehr dazu steht im Bereich Inhalte verbreiten.
Wie weit du vorausplanst
Nach Einschätzung der Redaktion eignen sich drei Stufen. Für die nächsten drei Monate stehen die Inhalte mit Thema, Briefing und Terminen fest. Für die drei Monate danach gibt es eine Themenliste mit grober Reihenfolge. Für den Rest des Jahres reichen die Schwerpunkte, etwa welches Themenfeld ausgebaut wird oder welcher Anlass bevorsteht. Wer einzelne Artikel ein Jahr im Voraus terminiert, plant Themen, deren Bedarf sich bis dahin ändern kann.
Einmal im Monat lohnt ein kurzer Termin, bei dem das Team den Plan durchgeht: Was ist erschienen, was hängt, was rückt nach? Neue Ideen landen zuerst im Themenspeicher und kommen erst in den Plan, wenn jemand Zeit dafür hat. Wie du an Ideen kommst, beschreibt Themen finden, die Leser suchen.
Frequenz realistisch festlegen
Wie oft du veröffentlichst, ergibt sich aus der Zeit, die das Team hat. Eine einfache Rechnung hilft: Wie viele Stunden braucht ein Inhalt von der Recherche bis zur Freigabe, und wie viele Stunden stehen im Monat dafür zur Verfügung? Daraus folgt die Zahl der Inhalte, die ohne Überstunden machbar ist. Die Stunden je Inhalt schätzt du am besten an den ersten zwei oder drei Inhalten, die du tatsächlich erstellst.
Ein gleichmäßiger Rhythmus ist nach Einschätzung der Redaktion leichter durchzuhalten als Phasen mit vielen Artikeln und danach monatelanger Pause. Wer im Newsletter alle zwei Wochen etwas ankündigt, braucht in diesem Abstand neuen Stoff. Puffer helfen: Ein oder zwei fertige Inhalte, die nicht an einen Termin gebunden sind, überbrücken Urlaub und Krankheit.
Auch Überarbeitungen gehören in den Plan. Google empfiehlt im Startleitfaden zur Suchmaschinenoptimierung, zuvor veröffentlichte Inhalte anzusehen und nach Bedarf zu aktualisieren [2]. Wer nur neue Inhalte plant, findet für diese Arbeit selten Zeit.
Saisonale Themen und Anlässe
Viele Themen haben eine Saison: Heizung im Herbst, Garten im Frühjahr, Steuern vor den Abgabefristen. Wann das Interesse steigt, zeigt Google Trends. Die Daten beruhen laut Google auf einer Stichprobe von Suchanfragen und werden auf eine Skala von 0 bis 100 normalisiert, sie zeigen also das relative Suchinteresse im Verhältnis zu allen Suchanfragen in Gebiet und Zeitraum und keine absoluten Suchzahlen [3]. Google weist außerdem darauf hin, dass Google Trends keine wissenschaftliche Umfrage ist [3].

Für den Plan reicht der Verlauf über mehrere Jahre: In welchem Monat steigt die Kurve? Ein saisonaler Inhalt sollte nach Einschätzung der Redaktion einige Wochen vor diesem Anstieg erscheinen, damit er bis zur Hochphase gefunden wird. Im Plan steht deshalb neben dem Erscheinungstermin auch der Tag, an dem die Arbeit beginnt. Feste Anlässe wie Messen, Produkteinführungen oder Jubiläen trägst du gleich zu Beginn des Jahres ein.
Status und Ablauf
Die Statusspalte zeigt, wo ein Inhalt steht. Nach Einschätzung der Redaktion genügen wenige, klar getrennte Stufen: Idee, Briefing fertig, Entwurf, fachliche Prüfung, Freigabe, veröffentlicht. Jede Stufe hat eine verantwortliche Person. Bleibt ein Inhalt länger als geplant in einer Stufe, sieht man das im Plan und kann nachfragen.

Wie die Stufen vom Entwurf bis zur Freigabe zusammenhängen, steht unter Content-Produktion: der Ablauf vom Briefing bis zur Freigabe.
Datum und Aktualisierungen
Der Plan hält fest, wann ein Inhalt erschienen ist und wann er zuletzt überarbeitet wurde. Google empfiehlt, auf der Seite an einer gut sichtbaren Stelle ein Datum anzugeben und es zum Beispiel als Veröffentlichung oder letzte Aktualisierung zu kennzeichnen [4]. In strukturierten Daten empfiehlt Google die Felder datePublished und/oder dateModified, und sichtbares Datum und strukturierte Daten sollten laut Google übereinstimmen [4]. Ein Datum in der Zukunft soll laut Google nicht angegeben werden [4].
Das Aktualisierungsdatum ändert sich nur, wenn sich der Inhalt wesentlich geändert hat. Google fragt in seinen Hinweisen zu hilfreichen Inhalten, ob jemand das Datum von Seiten ändert, damit sie aktuell erscheinen, obwohl sich der Inhalt nicht wesentlich geändert hat [5]. Die Spalte Nächste Prüfung im Plan sorgt dafür, dass echte Überarbeitungen stattfinden.
Wenn der Plan nicht funktioniert
Ein häufiges Muster ist nach Einschätzung der Redaktion der volle Plan, der nach wenigen Wochen veraltet ist. Termine verstreichen, niemand trägt den neuen Stand ein, und irgendwann schaut keiner mehr hinein. Nach Einschätzung der Redaktion steckt meist eine von drei Ursachen dahinter: zu viele Inhalte für die vorhandene Zeit, keine klare Zuständigkeit für die Pflege des Plans oder eine Freigabe, die immer wieder liegen bleibt. Gegen die erste hilft die Rechnung aus dem Abschnitt zur Frequenz. Gegen die zweite hilft eine Person, die den Plan führt und beim monatlichen Termin durchgeht. Gegen die dritte hilft eine feste Frist für die Freigabe, die alle Beteiligten kennen.
Ein anderes Muster ist ein Plan, der nur aus Terminen besteht. Ein Inhalt steht für einen bestimmten Tag im Plan, aber niemand weiß mehr, für wen er gedacht war und was er erreichen soll. Die Spalte Ziel und Leser verhindert das. Sie hilft auch, wenn Themen gestrichen werden müssen: Was keinem Ziel dient, fällt zuerst weg.
Schließlich kommt es vor, dass der Plan nur neue Inhalte kennt. Ältere Seiten veralten dann unbemerkt, auch solche, die noch regelmäßig gelesen werden. Nach Einschätzung der Redaktion hilft ein fester Anteil der Arbeitszeit für Überarbeitungen; wie groß er sein sollte, hängt davon ab, wie viele Seiten es gibt und wie schnell sich das Thema ändert. Welche Seiten zuerst dran sind, zeigt ein Content-Audit.
Werkzeuge für den Plan
Für den Anfang reicht eine Tabellenkalkulation, die das ganze Team bearbeiten kann. Größere Teams nutzen oft Kanban-Boards, bei denen jeder Inhalt als Karte von Spalte zu Spalte wandert, oder Projektwerkzeuge mit Zuständigkeiten und Erinnerungen. Entscheidend ist nach Einschätzung der Redaktion, dass es genau einen Plan gibt und alle wissen, wo er liegt.
- Studie 9 Takeaways and Insights From the 2026 B2B Content and Marketing Trends Report. Content Marketing Institute und MarketingProfs. Stand 08.10.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Startleitfaden zur Suchmaschinenoptimierung (SEO). Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Häufig gestellte Fragen zu Google Trends-Daten. Google Trends-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Datum der Verfasserzeile in der Google Suche beeinflussen. Google Search Central. Stand 20.02.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Hilfreiche, vertrauenswürdige, nutzerorientierte Inhalte erstellen. Google Search Central. Stand 07.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
Weitere Artikel
StrategieContent-AuditContent-Audit Schritt für Schritt: Inventar anlegen, Daten aus Search Console und Matomo ergänzen, jede Seite bewerten und …
StrategieZielgruppe und Personas bestimmenWie du deine Zielgruppe beschreibst und daraus Personas erstellst: Daten sammeln, Interviews führen, Persona schreiben und …
StrategieThemen finden, die Leser suchenContent-Ideen aus Kundenfragen, Search Console, Google Trends und Gesprächen gewinnen, bewerten und in einem Themenspeicher …