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Content-Audit: bestehende Inhalte prüfen

Ein Content-Audit ist eine Bestandsaufnahme aller Inhalte einer Website. Du listest jede Adresse auf, ergänzt Nutzungsdaten und eine inhaltliche Bewertung und entscheidest für jede Seite, ob sie bleibt, überarbeitet, mit einer anderen zusammengelegt oder entfernt wird.

Eine Person in den Dreißigern sortiert an einem Holztisch einen Stapel Karteikarten in mehrere Häufchen
Bild: KI-generiert

Ein Content-Audit ist eine Bestandsaufnahme aller Inhalte, die eine Website veröffentlicht hat. Am Ende steht für jede Seite eine Entscheidung: behalten, überarbeiten, mit einer anderen Seite zusammenlegen oder entfernen. Das klingt nach Verwaltungsarbeit, und zum Teil ist es das auch. Wer seit Jahren Artikel, Produkttexte und Ratgeber veröffentlicht, findet nach Einschätzung der Redaktion beim ersten Audit oft veraltete Zahlen, Seiten zum gleichen Thema und Texte, die niemand mehr aufruft.

Wann sich ein Audit lohnt

Ein Audit braucht einen Anlass, sonst bleibt es eine Tabelle ohne Folgen. Typische Anlässe sind eine neue Content-Strategie, ein geplanter Relaunch oder Umzug auf ein anderes System, sinkende Besucherzahlen aus der Suche oder der Wunsch, vor neuen Inhalten erst einmal zu sehen, was schon da ist. Bei einem Relaunch ist das Audit Pflichtarbeit, weil jede alte Adresse ein Ziel braucht. Wie das technisch abläuft, beschreibt Website-Relaunch ohne Rankingverlust auf seo.domain-root.de.

Wie oft geprüft werden sollte, hängt von der Größe der Website ab. Nach Einschätzung der Redaktion reicht bei einigen Dutzend Seiten eine Prüfung im Jahr. Große Bestände lassen sich rollierend prüfen, also jeden Monat einen Teil, sodass jede Seite in einem festen Zeitraum einmal drankommt.

Auch die Messung selbst ist für viele Teams ein offener Punkt. In der Umfrage des Content Marketing Institute vom Sommer 2025 unter 1.015 B2B-Marketern, überwiegend aus Nordamerika, sollten die Befragten ihre drei größten Herausforderungen auswählen. 33 Prozent wählten dabei die Messung, wie wirksam ihre Inhalte sind [6]. Ein Audit zwingt dazu, diese Frage für jede einzelne Seite zu stellen.

Schritt 1: das Inventar anlegen

Am Anfang steht eine vollständige Liste aller Adressen. Drei Wege führen dorthin, und meistens lohnt es sich, sie zu kombinieren: der Export aus dem Redaktionssystem, die XML-Sitemap und ein Crawl der Website. Ein Crawler ruft die Seiten wie ein Suchmaschinenbot auf und folgt den Links. Er findet dabei auch Seiten, die in keiner Sitemap stehen.

Reihen schlichter Archivkartons stehen auf einem Metallregal in einem hellen Lagerraum, einige sind geöffnet
Bild: KI-generiert

Ein Beispiel für ein solches Werkzeug ist der Screaming Frog SEO Spider. Laut Hersteller findet er unter anderem defekte Links (404) und Serverfehler, temporäre und dauerhafte Weiterleitungen samt Ketten und Schleifen sowie Seitentitel und Meta-Beschreibungen, die zu lang, zu kurz, fehlend oder doppelt sind; die kostenlose Version ist auf 500 Adressen je Crawl begrenzt [5]. Eine ausführliche Beschreibung steht unter Screaming Frog SEO Spider.

Für jede Adresse hältst du in einer Tabelle mindestens fest: Adresse, Titel, Inhaltstyp (Ratgeber, Produktseite, Nachricht), Thema, Datum der letzten inhaltlichen Änderung und die verantwortliche Person. Eine Tabellenkalkulation genügt dafür. Wichtig ist eine Zeile je Adresse, damit sich später Daten aus anderen Quellen ergänzen lassen.

Schritt 2: Daten ergänzen

Zur Liste kommen Zahlen, die zeigen, ob eine Seite gefunden und gelesen wird. Aus der Google Search Console stammen die Werte aus der Suche. Der Leistungsbericht zeigt Klicks, Impressionen, Klickrate und durchschnittliche Position; über den Reiter "Seiten" lassen sich die Werte nach Adresse gruppieren, und die Tabelle lässt sich exportieren [4]. Die Standardansicht umfasst die letzten drei Monate, der Zeitraum ist im Datumsfilter änderbar [4]. Nach Einschätzung der Redaktion ist für ein Audit ein längerer Zeitraum sinnvoll, damit saisonale Themen nicht zu schlecht abschneiden.

Aus der Webanalyse kommen Seitenaufrufe, Einstiege, Verweildauer und, wenn eingerichtet, Ziele wie Anfragen oder Anmeldungen. Wie du solche Berichte in Matomo aufbaust, steht unter Inhalte mit Matomo auswerten. Wer Links von anderen Websites kennt, trägt auch diese ein. Eine Seite mit wenig Besuchern, aber Links von außen, verdient eine andere Entscheidung als eine Seite ohne beides.

Schritt 3: jede Seite inhaltlich bewerten

Zahlen zeigen, wie stark eine Seite genutzt wird; ob der Text gut ist, muss eine inhaltliche Bewertung klären. Dafür eignen sich die Fragen, die Google für die Selbstprüfung von Inhalten veröffentlicht hat. Dazu gehört: "Bieten die Inhalte neuartige Informationen, Darstellungen in Berichtsform, Forschungsergebnisse oder Analysen?" [1]. Weitere Fragen betreffen Quellenangaben, Angaben zum Autor und die Frage, ob die Inhalte von jemandem stammen, der sich mit dem Thema nachweislich auskennt [1].

Für das Audit lassen sich daraus Prüfpunkte ableiten, die du je Seite mit einer einfachen Skala bewertest:

  • Stimmen Zahlen, Fristen und Beispiele noch, und sind die Quellen erreichbar?
  • Beantwortet die Seite die Frage, mit der Leser kommen, vollständig?
  • Ist erkennbar, wer den Text geschrieben hat und wann er zuletzt geprüft wurde?
  • Passt das Thema noch zu dem, was das Unternehmen anbietet und erreichen will?
  • Gibt es eine andere Seite auf der Website, die dieselbe Frage beantwortet?

Google empfiehlt, zu diesen Fragen auch Personen um eine ehrliche Einschätzung zu bitten, denen man vertraut und die nicht an der Website beteiligt sind [1]. Im Audit heißt das: Lass einen Teil der Seiten von jemandem bewerten, der an ihnen nicht mitgearbeitet hat.

Schritt 4: über jede Seite entscheiden

Aus Daten und Bewertung folgt eine Maßnahme. Nach Einschätzung der Redaktion genügen wenige, klar getrennte Kategorien:

Zwei Hände sortieren schlichte Papierbögen in drei geflochtene Körbe, die nebeneinander auf einem Holzboden stehen
Bild: KI-generiert
MaßnahmeWann sie passtWas technisch passiert
BehaltenSeite wird genutzt, Inhalt stimmtnichts, nächster Prüftermin wird notiert
ÜberarbeitenThema gefragt, Inhalt veraltet oder lückenhaftText wird aktualisiert, Adresse bleibt
Zusammenlegenmehrere Seiten zum selben Themabeste Seite wird ausgebaut, die anderen leiten dauerhaft dorthin weiter
Entfernen mit WeiterleitungThema erledigt, es gibt eine passende Ersatzseitedauerhafte Weiterleitung (301 oder 308)
Entfernen ohne ErsatzThema erledigt, keine passende ErsatzseiteStatuscode 404 oder 410

Beim Zusammenlegen und Entfernen gelten die Regeln der Suchmaschinen. Google wertet eine dauerhafte Weiterleitung als Signal, dass das Weiterleitungsziel kanonisch sein muss, und empfiehlt dauerhafte Weiterleitungen, wenn feststeht, dass sie nicht rückgängig gemacht wird [2]. Die Statuscodes 301 und 308 bedeuten, dass eine Seite dauerhaft verschoben wurde. Serverseitige Weiterleitungen haben laut Google die besten Chancen, richtig interpretiert zu werden [2]. Für entfernte Seiten ohne Ersatz gilt: Alle 4xx-Fehler außer 429 werden gleich behandelt, 404 und 410 also ebenso; eine bereits indexierte Adresse wird aus dem Index entfernt [3].

Eine Weiterleitung auf eine Seite, die mit dem alten Inhalt nichts zu tun hat, hilft Lesern nicht. Gibt es kein passendes Ziel, ist ein ehrlicher Fehlercode die klarere Lösung. Wer die Startseite als Sammelziel für alles nutzt, schickt Leser ins Leere. Wie Weiterleitungen auf dem Server eingerichtet werden, erklärt Die .htaccess-Datei: Weiterleitungen und Regeln.

Überarbeiten statt nur das Datum ändern

Bei Seiten, die überarbeitet werden, liegt eine Abkürzung nahe: das Datum neu setzen und die Seite als aktuell ausweisen. Google nennt genau das in seinen Fragen zur Selbstprüfung: "Änderst du das Datum von Seiten, damit sie aktuell erscheinen, wenn sich der Inhalt nicht wesentlich geändert hat?" [1]. Ein neues Datum gehört deshalb nur an Seiten, deren Inhalt tatsächlich geprüft und geändert wurde.

Eine Frau in den Fünfzigern mit Lesebrille überarbeitet an einem hellen Tisch ein leeres Blatt Papier mit Bleistift
Bild: KI-generiert

Eine Überarbeitung umfasst mehr als neue Zahlen. Prüfe, ob die Gliederung zur heutigen Suchfrage passt, ob Abschnitte fehlen, die Leser erwarten, und ob interne Links auf Seiten zeigen, die es noch gibt. Inhalte, die sich in andere Formate übertragen lassen, notierst du für ein späteres Content-Recycling.

Ein Beispiel für die Auswertung

Ein ausgedachtes Beispiel zeigt, wie die Spalten zusammenwirken. Ein Handwerksbetrieb hat 60 Ratgeberseiten. Drei davon behandeln die Wartung von Heizungen, jede mit etwas anderem Schwerpunkt, alle mit wenigen Klicks. Im Audit werden sie zu einer Seite zusammengelegt; die beiden schwächeren leiten dauerhaft auf die ausgebaute Seite weiter. Eine Seite über ein Förderprogramm, das es nicht mehr gibt, wird entfernt. Weil es ein Nachfolgeprogramm gibt, über das der Betrieb bereits schreibt, bekommt sie eine Weiterleitung dorthin. Eine gut besuchte Seite mit veralteten Normangaben wird überarbeitet und behält ihre Adresse.

Aus der Tabelle entsteht danach eine Aufgabenliste mit Reihenfolge. Nach Einschätzung der Redaktion beginnt man mit den Seiten, die viel Besuch bekommen und fehlerhafte Angaben enthalten, weil dort ein Fehler die meisten Leser erreicht.

Nach dem Audit

Die Ergebnisse fließen in die Planung zurück. Lücken, die das Audit zeigt, werden zu Themen im Redaktionsplan; Seiten, die überarbeitet werden, bekommen ein Content-Briefing wie ein neuer Text. Für jede behaltene Seite steht ein nächster Prüftermin in der Tabelle. Die Tabelle selbst bleibt die Grundlage für das nächste Audit, das dann schneller geht, weil Inventar und Bewertungsschema schon stehen.

Prüfe einige Wochen nach den Änderungen, ob die Weiterleitungen funktionieren und ob in der Search Console neue Fehler auftauchen. Ein zweiter Crawl zeigt Ketten von Weiterleitungen, die beim Zusammenlegen entstanden sind, und Links, die noch auf entfernte Seiten zeigen.

  1. Organisation Hilfreiche, vertrauenswürdige, nutzerorientierte Inhalte erstellen. Google Search Central. Stand 07.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Weiterleitungen und die Google Suche. Google Search Central. Stand 20.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Auswirkungen von HTTP-Statuscodes auf die Crawler von Google. Google Search Central. Stand 06.03.2026. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Leistungsbericht (Google-Suchergebnisse): Übersicht und grundlegende Einrichtung. Search Console-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Screaming Frog SEO Spider. Screaming Frog Ltd. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. Studie 9 Takeaways and Insights From the 2026 B2B Content and Marketing Trends Report. Content Marketing Institute. Stand 08.10.2025. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.